Gewinnerfilme 2012

Bester Spielfilm unter 30min

2.500 Euro gestiftet von der X Filme Creative Pool GmbH und X Verleih AG

Die Schaukel des Sargmachers (Elmar Imanov)

The Swing of the Coffin Maker

Feature Film | sehsüchte 2012 | Germany 2012 | Ifs Internationale filmschule köln | 27‘

Jurybegründung: "Die Schaukel des Sargmachers" beeindruckt durch klare Bilder und einen stimmigen Rhythmus, der den Figuren Raum läßt und das feine Schauspiel optimal unterstützt. Die Jury prämiert, daß es dem Film gelingt, sein Plädoyer für Menschlichkeit ganz unaufdringlich hervorzubringen.

Lobende Erwähnung

 

Vaterlandsliebe (Nico Sommer)
A German Loves His Fatherland 

Feature Film | sehsüchte 2012 | Germany 2011 | Kunsthochschule kassel | 20'

Jurybegründung: Die lobende Erwähnung der Jury für "Vaterlandsliebe" gilt dem Mut, sich einer kontroversen gesellschaftlichen Diskussion zu stellen, und dafür mit der Mockumentary eine ideale Form zu nutzen, die es vom Publikum verlangt, eine eigene Haltung zu finden.

Bester Spielfilm über 30min

5.000 Euro gestiftet von der UFA Film Produktion GmbH

Korsoteoria (Antti Heikki Pesonen)

So it Goes 

Feature Film | sehsüchte 2012 | Finland 2012 | 29‘

Jurybegründung: "So It Goes" ist ein tragikomischer Film, der durch seinen eigenwillige, perfekt ausbalancierte Tonalität beeindruckt. Die selbstbewusste Regie und das grandiose Ensemble bringen uns die schrägen Charaktere mit Würde, Humor und Wärme so nahe, dass wir am Ende nicht mehr Abschied nehmen wollen. Vor allem überzeugt hat uns, dass der Film, trotzt des zynischen Grundtons, Hoffnung und Lebensfreude vermittelt. Wir wünschen uns einen abenfüllenden Spielfilm dieses Teams!

Bestes Schauspiel

1.500 Euro gestiftet von der Studio Babelsberg AG

Korsoteoria (Armi Toivanen)
So it Goes 

Feature Film | sehsüchte 2012 | Finland 2012 | Darstellerin: Armi Toivanen | 29‘

Jurybegründung: Elli hat die Jury sofort begeistert. Die Schroffheit der Figur und die Kühnheit, mit der die Schauspielerin Armi Toivanen sie darstellt, sind kraftvoll und faszinierend. Elli ist keine besonders sympathische Person, und ihre sozialen Entscheidungen sind fragwürdig. Trotzdem schafft es die Schauspielerin, ein schlagendes Herz fühlbar zu machen. Armi Toivanen gelingt ein glaubwürdiger, vielschichtiger Charakter, den zu mögen sich das Publikum nicht entziehen kann.

Beste Kamera

Equipmentvermietung und Postproduktionsleistungen im Wert von 5.000 Euro gestiftet von ARRI Media Services

Teardrop (Friede Clausz)
Teardrop 

Feature Film | sehsüchte 2012 | Germany/USA 2011 | HFF "Konrad Wolf" | 15'

Jurybegründung: Die Kameraarbeit für "Teardrop" hat die Jury nicht wegen, sondern trotz der konzeptionalen Entscheidung, die Geschichte ausschließlich in der Subjektiven zu erzählen, überzeugt. Eine derartige künstlerische Einschränkung makellos durchzuhalten ist nicht nur ambitioniert, sondern beweist höchstes Können.

Bester Dokumentarfilm unter 30min

2.500 Euro gestiftet von Budweiser Budvar Importgesellschaft mbH

Wir sterben (Josephine Links)

We Die

Documentary Film | sehsüchte 2012 | Germany 2011 | HFF "Konrad Wolf" | 14´

Jurybegründung: Persönlich, intim, ein Film voller Poesie und Zärtlichkeit. Fotografiert wie ein Gedicht. Die Filmemacherin geht mit dem Thema Tod offen, ja geradezu natürlich und Mut machend um. Das Konzept, sich selbst als Teil des filmischen Auseinandersetzens mit dem Tod der Großmutter in Szene zu setzen, dabei Tonebene und Bildebene zu entkoppeln, verleiht dem Film eine besondere Tiefenschärfe.

Bester Dokumentarfilm über 30min

5.000 Euro gestiftet vom rbb Fernsehen

Buy Me! (Catalina Florez)
Buy Me! 

Documentary Film | sehsüchte 2012 | Germany 2011 | Filmakademie Baden-Württemberg | 59'

Jurybegründung: Ein altes Thema mit einem erfrischenden Zugang! Der Film besticht durch seine große Geschlossenheit; Kamera, Schnitt, Regie ergänzen sich auf hervorragende Weise. Besonders beeindruckt die Nähe zu den Protagonistinnen – ohne die Distanz zu verlieren, d.h. ohne peinlich, aufdringlich oder respektlos zu sein. Der Film zeichnet sich durch eine klare Struktur aus, findet einen sicheren Rhythmus und überzeugt durch eine moderne Bildsprache und einen ebensolchen, originellen Schnitt. Der Schnitt trägt die Erzählung in auffallendem Maße.

Lobende Erwähnung

 

Yesh Im Mi Lezamzem (Itay Zur)
Someone To Hum With 

Documentary Film | sehsüchte 2012 | Israel 2011 | Sapir Academic College | 42'

Jurybegründung: Die Menschen und die Nacht – der Film beschreibt auf poetische Weise eine bizarre Atmosphäre, zusammengehalten von einer Stimme. Der Film ist atmosphärisch dicht, zutiefst menschlich und in seinem Erzählansatz originell.

Bester Schnitt

Schnittsoftware Avid Media Composer im Wert von 2.498 Euro gestiftet von der Avid Technology GmbH

Buy Me! (Kilian Schmid)
Buy Me! 

Documentary Film | sehsüchte 2012 | Germany 2011 | Filmakademie Baden-Württemberg | 59'

Jurybegründung: Der Film zeichnet sich durch eine klare Struktur aus, findet einen sicheren Rhythmus und überzeugt durch eine moderne Bildsprache und einen ebensolchen, originellen Schnitt. Der Schnitt trägt die Erzählung in auffallendem Maße. Die Jury ist beeindruckt, wie unkonventionell und originell man einfache "Schneiderarbeit" schneiden kann.

Bester Animationsfilm

2.000 Euro gestiftet von der Filmpark Babelsberg GmbH

Flamingo Pride (Tomer Eshed)
Flamingo Pride 

Animated Film | sehsüchte 2012 | Germany 2011 | HFF "Konrad Wolf" | 06`02``

Kuhina (Joni Männistö)
Swarming 

Animated Film | sehsüchte 2012 | Finland 2011 | Turku Arts Academy | 7'18''

Jurybegründung: Der Jury ist es sehr schwer gefallen sich zwischen den besten Drei Einreichungen zu entscheiden. Da es keinen klaren Gewinner gab, fand die Jury es gerechtfertigt, den ersten Preis an „Flamingo Pride“ und „Swarming“ zu vergeben.Der eine Film entstand durch viele CG Hände und der andere durch klassische handgezeichnete Animation. Wir danken allen Filmemachern ganz herzlich für das Privileg, ihre Filme sichten zu dürfen.

Förderpreis für das beste Musikvideo

1.000 Euro gestiftet von der Red Bull Deutschland GmbH

Alcoholic Faith Mission - Legacy (Bryn Chainey)
Alcoholic Faith Mission - Legacy 

Music Video | sehsüchte 2012 | Germany 2011 | 4‘20“

Jurybegründung: Spontan und einstimmig hat sich die Jury in einen Videoclip besonders verliebt. Der Gewinner in der Kategorie bestes Video ist der Clip der Band „Alcoholic faith mission“ zum Song „Legacy“. Der Clip hat alles, was ein gutes Musikvideo, und letztendlich auch einen guten Film ausmachen: eine tolle Geschichte, eine bezaubernde Figur und eine emotionale Tiefe, die einen sofort gefangen nehmen. Ein großes Kompliment an den Regisseur und hiermit auch den Preisträger Bryn Chainey.

Bestes Drehbuch

Drehbuchberatung im Wert von 1.500 Euro gestiftet von Script House GmbH & Co KG sowie Unterstützung im Wert von 500 Euro gestiftet von der Boje Buck Produktion GmbH

Pauls Alptraum
Gisèle Sabina Mbamu

Jurybegründung: In ihrem Buch erzählt Gisèle Sabina Mbamu von "Pauls Alptraum". Da ist zuerst der sexuelle Missbrauch, den Paul als Kind über sich ergehen lassen musste, da sind aber auch die Bilder seiner geschundenen Kinderseele, die den erfolgreichen Journalisten immer noch verfolgen. Es gehört auch zu Pauls Alptraum, dass Kinder immer wieder Opfer sexueller Übergriffe werden und er selbst unter den Verdacht gerät, einen Jugendlichen vergewaltigt zu haben. Nein, in so einen Alptraum will sich niemand so gern verstricken lassen. Reflexartig möchten auch wir - wie die Hauptfigur - die Augen vor diesen Abgründen verschließen. Gisèle Sabina Mbamu aber erzeugt ein Geflecht von Erzählsträngen und eine so geschickt konstruierte Struktur, dass wir uns der Spannung nicht entziehen können und uns immer wieder herausgefordert fühlen, selbst Stellung zu beziehen.

Ein thematisch wie konzeptuell erstaunliches Werk. Sie weist konsequent darauf hin, dass es nur ein erlösendes Erwachen geben kann, wenn man die Augen öffnet und spricht. Die Vorkommnisse in Emden vor wenigen Wochen, als zur Lynchjustiz an einem 17jährigen aufgerufen wurde, der unter Verdacht geriet, die kleine Lena umgebracht zu haben, sich dann aber als unschuldig erwies, während der 18jährige Täter schon seit einiger Zeit in den Polizeiakten aufgefallen war, sind ein trauriger Beleg, dass die Autorin mit "Pauls Alptraum" nicht nur einen erzählenswerten, sondern überaus aktuellen Filmstoff geschaffen hat. Dieses Buch sollte weiter entwickelt werden.

Lobende Erwähnung

Dazwischen
Jenny Bork

Jurybegründung: Als die Mutter der 9-jährigen Lilli-Marai an Krebs stirbt, überschreitet das Kind die Grenze zum Totenreich, um ihr zu folgen und sie zurück zu holen. Damit beginnt eine ebenso fantastische wie fantasievolle Reise durch das titelgebende "Dazwischen" – eine Warte-Welt zwischen Leben und Tod, bevölkert von Zehnbeinern und Achtäugigen, von feigen (aber sympathischen) Halbdämonen und fiesen Skelettwächtern. Diese Heldenreise mit Prüfungen verleugnet ihren Ursprung in der Odyssee nicht, erfreut uns aber mit einer Vielzahl sehr origineller Einfälle.

Wir haben dieses Buch sehr gerne gelesen, teilweise geradezu verschlungen. Und wenn wir uns was wünschen dürften, damit diese schöne, spannende, traurige, aber oft auch sehr witzige Erzählung ihren Zauber behält: dann eine fantasievolle Mischung aus Animations- und Realfilm – oder gleich einen Roman für Kinder und Erwachsene!

Fokus-Preis „Nachhaltigkeit“

2.500 Euro gestiftet vom Deutschen Bundestag

Behind the Screen (Stefan Baumgartner)
Das Leben meines Computers 

Documentary Film | sehsüchte 2012 | Austria 2011 | 61’

Jurybegründung: Der Film beginnt mit einem starken Aufhänger – einem Vergleich zwischen der Herstellung von Computern und Geburten pro Sekunde. Er ist nicht nur gut recherchiert, sondern erzählt auch eine Geschichte zwischen erster und dritter Welt. Die Fakten wurden in eine gute filmische Konzeption und Dramaturgie umgesetzt. Er zeigt die Ausbeutung von Natur und Mensch in Afrika ebenso wie in Europa und den absurden wirtschaftlichen Kreislauf, der dahinter steckt. 

Lobende Erwähnung

 

Energieland (Johanna Ickert)
Energyland 

Documentary Film | sehsüchte 2012 | Germany 2011 | HFF "Konrad Wolf" |86'

Jurybegründung: Eine filmisch starke Begleitung einer gesellschaftlichen Debatte, von der lokalen Bürgerinitiative bis in das Parlament, die emotional stark dargestellt wird. Sehr schön ist auch, wie die unterschiedlichen Denkschulen zur Geltung kommen. Der Film ist spannend, weil er einen Prozess bis zu einem vorläufigen Abschluss dokumentarisch begleitet.

Produzentenpreis

Post-Produktionspreis: Postproduktionsleistungen im Wert von 12.000 Euro gestiftet von der Rotor Film Babelsberg GmbH

Mia und der Minotaurus (Friedemann Goez)
Mia and the Minotaur 

Feature Film | sehsüchte 2012 | Germany 2012 | Filmakademie Baden Württemberg | 35‘

Jurybegründung: Der Film erzählt eine komplexe Geschichte von Geschwisterliebe, Verlust und der Macht der Imagination. Das hervorragende Drehbuch wechselt fließend zwischen Realhandlung und der kindlichen Vorstellungswelt, die überzeugend gestaltet und konsequent umgesetzt sind. Großartig, die kleine Heldin. Den Produzenten ist ein berührender Film gelungen, dessen kolossaler Production Value das Budget weit übertrifft. Der Preis geht an Friedemann Goetz und Christian Hergenröther für "Mia und der Minotaurus".

Know-How-Produktionspreis: Seminarteilnahmen im Wert von 1.000 Euro gestiftet vom Erich Pommer Institut

Kriegerin (Sophie Stäglich)
Combat Girl 

Feature Film | sehsüchte 2012 | Germany 2011 | HFF "Konrad Wolf" | 103‘

Jurybegründung: Hart, kompromisslos, scheut sich vor nix. Dieser vielleicht auffälligste deutsche Film des letzten Jahres geht mutig mit der Darstellung des heutigen Faschismus um: druckvoll und unter die Haut. Gegen alle Widerstände, die das Thema mit sich bringt, umgesetzt, ist die "Kriegerin" auch für die Produktionsstudentin Sophie Stäglich ein herausragendes Debüt.

Bester pitch!

Stoffentwicklungsprogramm im Wert von 3.160 Euro gestiftet von der Skript Akademie Drehbuch

Frauenprobleme
Laura Lackmann and Miriam Bliese

Bester Kinderfilm

2.000 Euro gestiftet von der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“

Mia und der Minotaurus (Florian Schnell)
Mia and the Minotaur 

Feature Film | sehsüchte 2012 | Germany 2012 | Filmakademie Baden Württemberg | 35‘

Publikumspreis

2.000 Euro gestiftet vom Oberbürgermeister der Stadt Potsdam Jann Jakobs

Transpapa (Sarah Judith Mettke)
Transpapa 

Feature Film | sehsüchte 2012 | Germany 2012 | Filmakademie Ludwigsburg | 90'